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Es wächst und wächst und wächst... (archivierte Seite)
(Erstellt am 07/20/2012)
Gärtner der Gemeinschaftsbetriebe Willich (GBW) machtlos
Man kann kaum sagen, was schneller wächst: Der „Hals“ der Leute auf das Wetter oder das gutgewässerte Grün allüberall. „Wüchsig“ nennt der Fachmann den vielen Regen in diesem grüngestrichenen Frühherbst – und ärgerlich ist das Ganze auch für die Gärtner der Gemeinschaftsbetriebe Willich (GBW): die mögen ihren Job, arbeiten auch gerne hart gegen Unkraut und Co., sind derzeit aber fast machtlos. Wir befragten GBW-Chef Bernd Kuhlen (unser Bild) zur aktuellen Lage an der „Grünfront“.
Haben Sie so einen Sommer schon mal erlebt?
Bernd Kuhlen: In meiner Zeit bei den GBW ganz sicher nicht. Sonnencreme braucht man in diesem Sommer ja höchstens, damit das Wasser besser abläuft. Aber im Ernst: So humorvoll können die Gärtner der Gemeinschaftsbetriebe Willich die Situation leider nicht sehen.
Warum?
Bernd Kuhlen: Das Wetter lässt die Vegetation regelrecht explodieren. Rasen, Büsche, Gehölze und Wildkräuter haben in ihrem Wachstum dermaßen Fahrt aufgenommen, dass dem mit den normalen Pflegegängen, unserem normalen Rhythmus im Moment einfach nicht mehr beizukommen ist. Das wuchert – pardon – wie bekloppt, da kann man fast daneben stehenbleiben und zugucken.
Was für ihr Team mehr Arbeit bedeutet.
Bernd Kuhlen: Völlig richtig. Nicht nur, dass mehr Pflegegänge als sonst üblich und geplant durchgeführt werden müssten, die einzelnen Pflegegänge sind erheblich aufwändiger. Dafür fehlt aber das Personal, Geld und Zeit.
Reagieren die Bürger?
Bernd Kuhlen: Inzwischen schon. Langsam wird’s im Stadtbild ja auch auffällig, Bürgerinnen und Bürger fragen bei uns schon nach, was denn los ist. Aber da müssen wir jetzt einfach durch - und werden mit dem letzten Pflegegang im Herbst „aufräumen“.
Man las von Versuchen mit neuen Methoden?
Bernd Kuhlen: Im letzten Herbst haben die GBW einen Test gestartet - mit Wasserdampf und Maisstärkeschaum. Wir wollten der starken Wildkräutervegetation in befestigten Flächen vorbeugen. Das Ergebnis war aber leider ernüchternd: Ein leicht verzögertes Wachstum – was aber in keinem Verhältnis zum Arbeits- und Kostenaufwand steht. Nach anderen vielversprechenden Techniken und Möglichkeiten wird weiter Ausschau gehalten.
Also bleibt – das Hoffen auf besseres Wetter...
Bernd Kuhlen: Was uns in diesem Jahr in Blick auf die Vegetation nicht mehr rettet. Aber die GBW hoffen für 2013 mal wieder auf einen normalen Sommer, damit die normalen und bezahlbaren Pflegegänge mit konventionellen Mitteln ausreichen. Dann können Bürgerinnen und Bürger, aber auch die städtischen Gärtner, mit dem Stadtbild zufriedener sein – und Sonnencreme vielleicht auch wieder benutzen, wie das eigentlich gedacht ist...

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