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Historie

Blick über die Bühne auf die ZuschauertribüneEs gibt Geschichten, die sind eigentlich zu schön, um wahr zu sein. Zu diesen gehört die Anekdote, daß der Ursprung des kulturellen Aushängeschilds der Stadt Willich in einer sommerlichen Radtour zweier Schauspieler zu suchen ist. Die Namen dieser Schauspieler waren Gerhard Ernst und Horst Gurski, beide beschäftigt bei den Vereinigten Bühnen Krefeld-Mönchengladbach. Sie hatten sich in den Kopf gesetzt, am Niederrhein ein Freilichttheater zu etablieren und suchten nun nach einem passenden Standort. Als sie auf einer ihrer Touren im Sommer 1983 Schloß Neersen entdeckten, war die Suche beendet: Sowohl der Innenhof als auch der Schloßpark schien ihnen für ihr Vorhaben bestens geeignet zu sein. In dem damaligen Kulturdezernenten Dr.Joachim Spallek und Bürgermeisterin Käthe Franke fanden Ernst und Gurski engagierte Fürsprecher, und auch der Stadtrat ließ sich auf das Experiment Festspiele ein.

Vorhang öffnete sich 1984

Am 13. Juli 1984 war es dann soweit: Zum ersten Mal hob sich der Vorhang für die Festspiele Schloß Neersen, genauer gesagt für den Zerbrochenen Krug von Kleist. Nach dem Ende der ersten Spielzeit konnten die beiden Intendanten ein durchweg positives Fazit ziehen. Begeisterte Zuschauer und ständig ausverkaufte Ränge sorgten in Willich für eine wahre Theatereuphorie, die auch den Stadtrat erfaßte, der umgehend beschloß, die Festspiele im folgenden Jahr fortzusetzen.

Zwei Jahre später hatte sich das Neersener Freilichttheater bereits fest etabliert. Erstmals wurden in diesem Jahr neben dem Kinderstück zwei Inszenierungen für Erwachsene gezeigt. Dabei brachte Hofmannsthals Klassiker Jedermann einen Hauch von Salzburg nach Willich. Die Zuschauer waren begeistert, entsprechend schnellten die Besucherzahlen weiter nach oben: nach 5.700 im Jahre 1984 nun bereits 11.500, wozu natürlich auch die Anschaffung einer geräumigeren, 475 Plätze bietenden Tribüne beitrug.

Erstmals 20.000 Besucher

Im Jahre 1989 besuchten erstmals über 20.000 Besucher die Festspiele. Dies bedeutete nicht nur einen Zuschauerrekord, sondern eine Auslastung von 95 Prozent. Erstmals wurde im Schloßkeller eine Studiobühne aufgebaut, auf der die Schauspieler als Ergänzung zu den Freilichtaufführungen kleinere Stücke mit ein oder zwei Darstellern boten. Nach der Spielzeit 1991 wurde der auslaufende Intendantenvertrag von Horst Gurski nicht mehr verlängert.

1993 übernimmt Förderverein die Trägerschaft

Szene aus Loriot - Zwei Männer streiten sich, eine Frau schaut zu Sein Nachfolger hieß Norbert Kollakowsky, der im Jahre 1989 den „Nathan" inszeniert hatte und daher mit den Festspielen bereits gut vertraut war. Ihm gelang es in nur zwei Jahren, die Festspiele wieder auf Kurs zu bringen. Um das Freilichttheater auf ein festes finanzielles Fundament zu stellen, beschloss der Stadtrat Ende 1993, die Festspiele in die Hände eines privaten Trägervereins zu geben. Mit dieser Maßnahme sollten Zuwendungen aus den Stiftungen der Sparkasse Krefeld ermöglicht werden. So übernahm der ehemalige Förderverein, der sich nun Verein Festspiele Schloß Neersen nannte, die Trägerschaft.

Intendanten

Norbert Kollakowsky führte das Freilichttheater noch zwei Jahre lang, bevor er sich nach dem Ende der Spielzeit 1995 aus gesundheitlichen Gründen zurückzog. Der neue Intendant war schnell gefunden: Neidhardt Nordmann hatte schon seit 1992 als Regisseur in Neersen gewirkt und knüpfte nahtlos an die Erfolge seines Vorgängers an. Mit dem Ende der Spielzeit 2000 verabschiedete er sich. Auf Nordmann folgten Peter Lüdi und seit 2003 Herbert Müller.Mit Astrid Jacob übernahm 2007 die siebte Intendantin seit Gründung der Festspiele das Neersener Freilichttheater.



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