Stadt Willich

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Rathaus & Service

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An der Schule wackelt die Erde

(Erstellt am 14.06.2018 )

Zwei Männer vor Rammmaschine

Pfahlgründung zum Anbau an  Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule in Anrath 

RUMMS! Es lärmt, der Boden wackelt erdbebenähnlich, es qualmt – und an allem ist der „weiche“ Untergrund mit jeder Menge (zu) feiner Schluffablagerungen schuld: Der Neubau der Mensa und einiger Klassenräume für die Oberstufe der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule an der Anrather Johannesstraße läuft aktuell unterirdisch. Freilich geplant: die Arbeiten findet im Untergrund statt. Konkret bis zu 15 Meter tief müssen Betonstäbe von einer gewaltigen Maschine in den Boden gerammt werden. „Pfahlgründung“ nennt man das aufwändige und nicht wirklich günstige Verfahren, das immer dann zum Einsatz kommt, wenn der Untergrund wie in diesem Falle eben unbehandelt nicht tragfähig genug ist. Eine Erweiterung der vorhandenen Bauten, etwa eine Aufstockung des Altbaus, war nicht möglich, Abriss und Neubau die einzige Option.

Weit zu spüren

Die Rammarbeiten sorgen naturgemäß nicht überall für Begeisterung; die Erschütterungen sind nicht nur im direkten Umfeld, sondern sogar einige hundert Meter weiter im Boden und in den darauf stehenden Häusern noch zu spüren, wie Stephan Schröder vom Willicher Geschäftsbereich Objekt- und Wohnungsbau bedauernd erläutert: Vorab hatte man die direkten Anlieger informiert und um Verständnis gebeten; die Erschütterungen sind aber ob der offensichtlich gut leitenden Untergrundschichten deutlich weiter zu spüren, als die Experten das vorher vermutet hatten.

Betonstäbe auf Ladefläche

Also hat Schröder gemeinsam mit Polier Helmut Meinert vom ausführenden Unternehmer Heinrich-Walter-Bau alle aktuellen Beschwerdeführer besucht und erläutert geduldig den Betroffenen das Vorgehen:

„Die Arbeiten sind schlicht unvermeidbar und auch anders nicht durchzuführen.“

Bei vielen trifft man auf Verständnis. „Die Kooperation mit der Schule läuft sowieso gut“, so Schröder: Schnell war klar, dass der Unterricht direkt neben der arbeitenden Ramme schlicht unmöglich ist - also hat man die Klassen für die Zeit der Arbeiten in etwas entferntere Areale der Schule verlegt. Und am Wochenende werden die Arbeiten auch mit Rücksicht auf die Nachbarn unterbrochen:

 

Das leergeräumte Bauareal nach dem Abriss

„Freitag, Samstag und Sonntag herrscht Ruhe“, verspricht Schröder, am Montag und Dienstag soll dann „reingehauen“ werden, um die insgesamt 60 Pfähle, die zwischen 11 und 15 Meter lang sind und bis zu 5 Tonnen wiegen, in den Boden zu bekommen.

Per LKW aus Dänemark

Die Pfähle kommen übrigens per LKW aus Dänemark und werden „just in time“, also konkret nach aktuellem Bedarf, von dort aus an die Baustelle angeliefert, dann von einem Kran zur Ramme gehoben und dann versenkt – wobei die ersten Meter in der Regel eher „zügig“ laufen, gegen Ende aber der Widerstand der entsprechenden Bodenschichten mehr als spürbar wird: Dann wird der Druck auf das Material und die Reibungshitze so groß, dass die das Rammloch umgebenden Holzplatten qualmen und sogar teilweise ob der entstehenden Hitze zu kokeln beginnen. Welche Kräfte die Ramme entwickelt, kann man nur erahnen. Kein Job für Warmduscher.

Dienstag soll dann also alles vorbei sein – zumindest, was die Pfahlgründung angeht. Und später, verspricht Schröder, wird ein „wirklich schöner Bau“ entstehen: Die Pläne des Architekten lassen Schickes erwarten.  

Unsere Bilder (von oben): Stephan Schröder und Helmut Meinert vor dem Rammgerät, die Betonstäbe noch auf dem Laster und unten das freigräumte Areal noch unberammt nach dem Abriss der alten Gebäudes. (Bilder: plu/Pressestelle)

Kontakt - für Details bitte Namen auswählen

Herr Schröder Telefon: 0 21 56 / 949-745 E-Mail senden
Herr Stukenberg Telefon: 0 21 56 / 949-713 E-Mail senden