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Leben in der "VUKA"-Realität

(Erstellt am 08.09.2020 )

Veranstaltungsreihe Out of the box - Blick in den Saal

Veranstaltungsreihe „Out of the Box“ der Willicher Wirtschaftsförderung

„Millennials – wir sind dann mal weg: Der Kampf um die Generation Y“ war die nächste Folge der Veranstaltungsreihe „Out of the Box“ der Willicher Wirtschaftsförderung im Schloss Neersen überschrieben; Dr. Steffi Burkhart hatte eigentlich schon im März im Schloss referieren wollen, Corona macht dem so wie vielem einen Strich durch die Rechnung. Nun wurde die Veranstaltung unter allen nun mal herrschenden Schutzvorschriften nachgeholt, und rund 50 Zuhörer waren der Einladung der Willicher „WiFö“ in den entsprechend „abständig“ möblierten Ratssaal maskiert gefolgt.

Die promovierte Gesundheitspsychologin Burkhart arbeitet seit 2015 selbständig und macht sich als unabhängige Person für ihre Generation in Politik und Wirtschaft stark – und tritt dafür in der Öffentlichkeit ein:

„Millennials haben keine Lobby in Deutschland, weil sie in der Minderheit sind und die Alten in der Mehrheit“

Dr. Steffi Burkhart

– eine ihrer Thesen, aufgrund derer sie zum Thema als Referentin geladen worden war: „Die Generation Y und Z sind die knappe Ressource am Arbeitsmarkt. Was müssen Betriebe tun, um junge Fachkräfte für sich zu gewinnen und sie auch langfristig an sich zu binden?“ eröffnete Willichs Wirtschaftsförderer Christian Hehnen den Abend, nach dem Bürgermeister Josef Heyes das Publikum begrüßt hatte.

In einem knapp einstündigen Vortrag referierte Burkhart dann aus ihrer Sicht die besondere Situation der Generationen Y – und lieferte Gründe, warum Unternehmen Schwierigkeiten hätten, mikt althergebrachten Methoden ihren „Talentpool“ wieder aufzufüllen. Zur Sprache kamen unter anderem vielfältigere Jobs und Arbeitszeitmodelle, zunehmende Freiheit als Grund für ein komplexeres Leben. Einige ihrer Kernthesen, die in der anschließenden Diskussion teilweise durchaus kontrovers aufgegriffen wurden: Führungskräfte verwechseln oft die Führung von Menschen mit technischem Management; wer als Chef die Frage „Mögen Sie Menschen“ nicht mit „Ja“ beantworten könne, sitze in der falschen Position. Viele, die heute mit Ü50 auf einem Chefsessel sitzen, hätten Führen nie gelernt – und alte Herren, die sich zum Beispiel mit dem Thema Digitalisierung nicht mehr auseinandersetzen wollten, wirkten wie Bremsklötze.

Burkhart vor Folie Generationenerklärung

Das Leben in der „VUKA-Realität“ (volatil, unsicher, komplex, ambivalent), die unsere Zeit präge – als Brandbeschleuniger trete Digitalisierung und Künstliche Intelligenz hinzu - bilde eine neue Welt, die sich mit alten Lehrbuchtheorien und dem Modus der Erfahrung, aus dem viele agieren, nicht erklären lasse: es brauche neues Denken, neues Handeln.

Und Millennials stünden, so Burkhart, für eine neue Denkweise: Sie hätten digital geprägtes, vernetztes und kollaboratives Mindset, lebten neue Zickzack-Lebensläufe“ und hätten „die Deutungshoheit über die wichtigste Massentechnologie unserer Zeit, das Internet“.

Thesen, die anschließend ein teils kontroverse Debatte auslösten – zumal es manchem Zuhörer bei aller zugespitzt formulierten Zustandsbeschreibung deutlich an konkreten Tipps zur Überwindung des Problems „knappe Ressource am Arbeitsmarkt“ gebrach.

Unterschreiben kann man auf alle Fälle das spontane Fazit einer jungen Besucherin, aufgeschnappt am Schlossausgang:

„Sie hat provoziert - und ich denke auch den ein oder anderen Impuls für Diskussionen gesetzt.“  

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Frau Schleusener Telefon: 0 21 56 / 949-283 E-Mail senden