Stadt Willich

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Bombenfund (Kampfmittelbeseitigung)

Auch heute, mehr als sieben Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkrieges, werden bei Erdarbeiten noch Kampfmittel aller Art gefunden. Die Beseitigung dieser Kampfmittel gehört im Rahmen der allgemeinen Gefahrenabwehr mit zu den Aufgaben der Stadt Willich als zuständige örtliche Ordnungsbehörde (Ordnungsamt) im Sinne des § 1 Absatz 1 Ordnungsbehördengesetz NRW.

Da der Umgang mit Kampfmitteln besondere Kenntnisse und Fähigkeiten voraussetzt, unterhält das Land Nordrhein-Westfalen zur Unterstützung der örtlichen Ordnungsbehörden bei den Bezirksregierungen einen staatlichen Kampfmittelbeseitigungsdienst. Dessen Tätigkeit beschränkt sich auf das Aufspüren, die Entschärfung beziehungsweise die Räumung und die Vernichtung der Kampfmittel.

Was sind Kampfmittel?

Zu Kampfmitteln zählen Bomben, Granaten, Munition und Munitionsteile, aber auch Waffen und Waffenteile, die durch die Wehrmacht oder die ehemaligen Alliierten im Zuge der Kampfhandlungen hinterlassen wurden. Es kann sich dabei gleichermaßen um sogenannte „Blindgänger" wie um ungebrauchte Kampfmittel handeln. Doch nicht nur Kampfmittel des Zweiten Weltkrieges, sondern auch Munition aus heutiger Produktion werden gefunden.

In allen Fällen von Kampfmittelfunden ist höchste Vorsicht geboten!

Was ist bei Kampfmittelfunden zu tun?

  • Kampfmittel auf gar keinen Fall anfassen.
  • Sofort die Polizei (110) verständigen.
  • Den Zugang zur Fundstelle sperren.

Kann man vorbeugen?

Das gesamte Stadtgebiet vorsorglich zu untersuchen, ist aus verschiedenen Gründen sehr aufwändig beziehungsweise nicht möglich. Eine umfassende Vorbeugung gibt es daher nicht. In der Regel wird speziell im Vorfeld von Baumaßnahmen eine Luftbildauswertung durchgeführt, um eventuell vorhandene Kampfmittel zu finden.

Wer muss nachweisen, ob das Grundstück frei von Kampfmittel ist?

Gemäß § 13 Satz 2 der Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen muss ein Baugrundstück für bauliche Anlagen geeignet sein. Darunter fällt auch die Kampfmittelfreiheit des Grundstücks. Die Kampfmittelfreiheit ist natürlich nur relevant, wenn Arbeiten im Boden vorgenommen werden sollen. Die baurechtliche Pflicht zur Klärung, ob Kampfmittel bei einem zu bebauenden Grundstück konkret zu vermuten sind und die gegebenenfalls erforderliche Veranlassung der Maßnahmen zur Ausräumung dieses Verdachtes, liegt allein in der Verantwortung der Bauherrin beziehungsweise des Bauherrn. Nur im Baugenehmigungsverfahren für große Sonderbauten werden Sie durch Aufnahme einer aufschiebenden Bedingung bezüglich des Baubeginns ausdrücklich auf die Klärung eines im Einzelfall möglichen Kampfmittelverdachtes hingewiesen. In allen anderen Baugenehmigungsverfahren (einfaches Genehmigungsverfahren und Freistellungsverfahren) bekommen Sie lediglich einen Hinweis des Bauaufsichtsamtes zu dieser Problematik.

Welche Grundstücke sollten ausgewertet und überprüft werden?

Um Gefahren zu vermeiden, ist eine frühzeitige Auswertung und eventuelle Überprüfung der Grundstücke beziehungsweise Baustellen vor Baubeginn sinnvoll.

Antrag auf Luftbildauswertung:

Auf Antrag führt der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Düsseldorf eine Luftbildauswertung durch. Für eine konkrete Bearbeitung und Auswertung der Luftbilder ist ein Antrag auf Luftbildauswertung bei der örtlichen Ordnungsbehörde zu stellen. Diesen Vordruck finden Sie am Seitenende.

Die Bearbeitungsdauer beträgt etwas zwei bis drei Wochen.

Allerdings lassen Luftbilder häufig nur Vermutungen zu. Diese müssen dann vor Ort mit Sonden überprüft werden. Soweit keine konkreten Hinweise auf Kampfmittel vorliegen, muss keine Überprüfung auf Kampfmittel erfolgen. Liegen jedoch konkrete Hinweise auf Kampfmittel vor, ist ein Antrag auf Kampfmitteluntersuchung zu stellen.

Antrag auf Kampfmitteluntersuchung:

Der Antrag auf Kampfmitteluntersuchung ist nur zu stellen, wenn das Ergebnis der Luftbildauswertung konkrete Hinweise auf Kampfmittel liefert. Dieser Antrag ist ebenfalls bei der örtlichen Ordnungsbehörde zu stellen. Den Vordruck finden Sie am Seitenende. Dem Antrag ist die Erklärung über die Leitungsfreiheit beizufügen. Auch diesen Vordruck finden Sie unter Formulare. Allgemeine Hinweise zum Antrag auf Kampfmitteluntersuchung entnehmen Sie dem Anhang zum Antrag auf Seite drei.

Um Bauverzögerungen/Baustilllegungen zu vermeiden, sollte der Antrag frühzeitig, mindestens drei Monate vor Baubeginn, gestellt werden.

Auf bereits bebauten Grundstücken beziehungsweise noch unbebauten Grundstücken in Wohngebieten oder inzwischen angeschüttetem Gelände ist eine Sondierung aufgrund der vorhandenen Infrastruktur oftmals nicht möglich. Dort müssen dann - auf Kosten der Eigentümerin oder des Eigentümers die sogenannten vorbereitenden Maßnahmen wie Probebohrungen, das Abschieben bis zum gewachsenen Boden et cetera durchgeführt werden. Welche konkreten Maßnahmen durchzuführen sindt, teilt Ihnen die örtliche Ordnungsbehörde in Abstimmung mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst mit.

Eine Kampfmitteluntersuchung wird erst nach Vorlage aller erforderlichen Unterlagen sowie nach Abschluss aller notwendigen vorbereitenden Maßnahmen durchgeführt.

Wer trägt die Kosten?

Die Luftbildauswertung wird bis auf Weiteres kostenfrei durchgeführt.

Die empfohlene vorsorgliche Untersuchung bei Kampfmittelverdacht trägt das Land.

Maßnahmen der Gefahrenabwehr (Absperrung, Evakuierung, Entschärfung, Abtransport und Vernichtung) übernehmen die Kommunen und Land oder Bund.

Mehrkosten für eine erschwerte Suche oder Bergung sowie die vor- und nachbereitenden Maßnahmen und auch für Bohrungen bei Sicherheitsdetektionen trägt die Grundstückseigentümerin oder Grundstückseigentümer beziehungsweise Antragstellerin oder Antragsteller, da diese oder dieser für Gefahren, welche von ihrem oder seinem Grundstück ausgehen, verantwortlich ist („Zustandsstörer"). Die örtliche Ordnungsbehörde kann zur Gefahrenabwehr Maßnahmen ergreifen und zu ihren oder seinen Lasten veranlassen.

 

Im Internetauftritt der Bezirksregierung Düsseldorf finden Sie umfangreiche Informationen zum Thema "Kampfmittelbeseitigung".

Es hilft Ihnen weiter

Frau van Dornick Telefon: 0 21 54 / 949-666 E-Mail senden
Herr Legr Telefon: 0 21 54 / 949-670 E-Mail senden

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