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Ein Sommernachtstraum

eine Sommerkomödie von William Shakespeare
Regie: Jan Bodinus

Frau mit Blumenkranz im HaarWas gibt es hier noch zu sagen, was nicht schon gesagt wurde:
„Ein Sommernachstraum" ist DIE große Komödie von William Shakespeare, die creme de la creme der Theaterliteratur und jetzt endlich wieder in Neersen zu sehen.
Der Feenkönig Oberon und seine Gattin zürnen miteinander, leben voneinander getrennt, aber doch in ein und demselben Wald in der Nähe von Athen. In diesen Wald kommen zwei Liebespaare: Helena, die den Demetrius, Demetrius, der die Hermia, Hermia, die den Lysander, Lysander, der die Helena liebt. Oberon erbarmt sich der Liebenden und lässt durch einen Diener Puck - nachdem dieser durch Schelmerei zuerst das Blatt gewendet und neue Verwirrungen angerichtet - durch einen Zaubersaft das Gleichgewicht herstellen.
Um diese Zeit soll auch am Hofe von Athen die Hochzeit des Theseus mit Hippolyta gefeiert werden. Der Handwerker Zettel kommt mit einigen Gesinnungsgenossen in den Wald, um ein Festspielt zu probieren, das bei der Hochzeitsfeier aufgeführt werden soll.
Puck vertreibt die Handwerker. Oberon benützt aber den einfältigen Zettel, um seiner Gemahlin einen Streich zu spielen. Er lässt auf Titanias Augen von dem Liebeszaubersaft tröpfeln, und so hält die Feenkönigin den mit einem Eselskopf versehenen Zettel für einen Liebesgott. Schließlich löst Oberons Lilienstab alle Verwicklungen und Zaubereien. Theseus' Hochzeit wird gefeiert, die Handwerker führen ihre groteske Tragikomödie von Pyramus und Thisbe auf. Demetrius erhält Helena, Hermia den Lysander und Oberon selbst feiert mit Titania seine Versöhnung.

Eine herrliche Sommerkomödie, das Meisterwerk William Shakespeares, nach zahlreichen Verfilmungen 2021 auf unserer Bühne!

 

Der Autor: William Shakespeare

Bild von William ShakespeareDer Brite William Shakespeare soll am 23.04.1564 in Stratford-on-Avon in der Nähe von Birmingham geboren worden sein. Sein Vater, John Shakespeare, war ein angesehener Landwirt und Händler, der 1565 zum Stadtrat und später zum Stadtverwalter gewählt wurde. Seine Mutter, Mary Arden of Wilmcote, stammte aus einem alten, aber unbedeutenden Adelsgeschlecht und war Erbin eines kleines Stückes Landes. Entsprechend des damaligen sozialen Gefüges dürfte die Hochzeit für Shakespeares Vater einen Aufstieg in der lokalen Hierarchie bedeutet haben.

William Shakespeare besuchte die ortsansässige Schule und soll eine gute Ausbildung erhalten haben, die sich in der damaligen Zeit auf das Studium der lateinischen Sprache, Dichtung und Geschichte konzentrierte. Der Universität soll er aus nicht bekannten Gründen ferngeblieben sein. Mit achtzehn Jahren heiratet er die einige Jahre ältere Anne Hathaway, mit der er drei Kinder, Susanna und die Zwillinge Hamnet und Judith, bekam.

Ab 1590 lebte Shakespeare ohne seine Familie in London, wo er zu einer prägenden Figur der dortigen Theaterwelt wurde. Er widmete sich nicht nur dem Schreiben und Schauspielern, sondern besaß als erfolgreicher Geschäftsmann Anteile an dem 1599 in Bankside erbauten „Global Theatre“, in dem vieler seiner Werke aufgeführt wurden. Zu Lebzeiten verfasste Shakespeare siebenunddreißig Dramen und hundertvierundfünfzig Sonette. Zu seinen bekanntesten Stücken zählen die Tragödien „Romeo und Julia“, „Hamblet“ und Macbeth, sowie die Komödien „Ein Sommernachtstraum“ und der „Kaufmann von Venedig“. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Shakespeare wieder in seiner Geburtsstadt Stratford-upon-Avon, wo er am 23.04.1616, seinem 52. Geburtstag, verstarb.

Das geheimnisvolle Leben von William Shakespeare

William Shakespeare gehört zu den wichtigsten Schriftstellern aller Zeiten. Seine Werke wurden in über achtzig Sprachen übersetzt, fast alle seiner siebenunddreißig Stücke verfilmt. Denkmäler des meistgespielten Autors stehen unter anderem in Weimar, Chicago, Sydney, New York und London. Und trotzdem ist kaum etwas über das Leben des Dichters bekannt. Unzählige Mythen ranken sich um sein Leben – was stimmt und was wurde ihm in den letzten vierhundert Jahren seit seinem Tod angedichtet? Im Folgenden schauen wir uns sechs Rätsel über ihn genauer an:

1.      Was ist von Shakespeare gesichert?

Fest steht, dass William Shakespeare am 26. April 1564 in Straford-on-Avon getauft wurde. Diese Information findet sich im Taufregister der Holy-Trinity-Kirche. Und auch die Hochzeit mit Anne Hathaway ist bei sowie die Taufe der drei gemeinsamen Kinder Susanna, Hamnet und Judith ist schriftlich in den Dokumenten festgehalten. Doch neben diesen bürokratischen Unterlagen findet sich kaum etwas über Shakespeare und seine Familie. Deswegen wurde das gesamte Leben des Dichters in den letzten Jahrhunderten weitestgehend durch Aufzeichnungen, wie Briefe anderer, rekonstruiert. Dabei macht es besonders schwierig, dass es tatsächlich keine handschriftlichen Stücke, Gedichte oder Briefe von Shakespare gibt. Lediglich sechs Unterschriften sind von Shakespare überliefert und die überraschen durch ihre Schreibweisen: So finden sich in seinem Testament, welches er bis auf die Unterschriften nicht selbst geschrieben hat, unter anderem „William Skakspere“, „Willm Shakspere“ und „William Shakspeare“.

2.      Ein heimlicher Katholik?

Shakespeare wuchs in einer Zeit heftiger Auseinandersetzungen zwischen der protestantisch-amerikanischen Staatsreligion und dem Katholizismus auf. Bereits der Besitz katholischer Symbole wie dem gekreuzigten Jesus konnten zur Todesstrafe führen. Vor allem sein Vater, der als Bürgermeister von Stratford-upon-Avon tätig war, musste vorsichtig sein und jeden Verdacht auf „ketzerisches Gedankengut“ vermeiden.  Die Familie seiner Mutter war hingegen eine der öffentlich bekanntesten katholischen Familien ganz Englands, mehrere Cousins Shakespeares wurden wegen ihrer Verwicklung in katholische Verschwörungen hingerichtet. Trotzdem wurde Shakespeare katholisch erzogen und soll zu Lebzeiten ein geheimes Mitglied des katholischen Verbandes gewesen sein. 

3.      Shakespeares verlorene Jahre

Über die sieben Jahre aus Shakespeares Leben zwischen der Geburt seiner Zwillinge (1585) und seiner Ankunft in London (1592) gibt es überhaupt keine Dokumentationen. Sie werden als „verlorene Jahre“ Shakespeares bezeichnet. Forscher vermuten, dass er in der Zeit durch Europa reiste, um unter anderen die französische Sprache zu erlernen. In diesen Jahren soll er aufgrund seines katholischen Glaubens auch mehrmals in Rom gewesen sein.  Nach einiger Zeit schloss er sich einer reisenden Theatergruppe nach London an und verrichtete dort am Theater Hilfsdienste. 

4.      Christopher Marlowe als Vorbild?

Nach seiner Ankunft in London lernte Shakespeare den Dichter Christopher Marlowe kennen. Im Gegensatz zu Shakespeare genoss Marlowe eine angesehene Ausbildung an der Elite-Universität Cambridge und zählte dort zu den begabtesten Studenten. In der Zeit des Aufeinandertreffens befand er sich mit seinem Werk „Dr. Faustus“ auf dem Höhepunkt seines Ruhmes. Kurz vorher hatte er den Verstyp des Blankverses, einen reimlosen jambischen Fünfheber, weiterentwickelt, der sich in vielen Dramen Shakespeares findet. Im Laufe der Zeit sollen die Autoren dann sogar zusammengearbeitet haben. Vor allem in Shakespeares ersten Stücken sollen sich Ähnlichkeiten zu Marlowes Themen und seiner radikal neuen dramatischen Sprache finden. 

5.      Sind alle Werke von Shakespeare?

Einige Forscher behaupten, dass Shakespeare nicht der wahre Verfasser aller Werke sei. Unter anderem der Dichter Christopher Marlowe soll der eigentliche Schöpfer sein. Auch Edward de Vere, der 17. Earl of Oxford, wird als wahres Genie hinter den Werken gehandelt. Weil die Drucklegung schriftstellerischer Werke und ihre öffentliche Kommerzialisierung dem Adel nicht gestattet war, soll er deswegen unter dem Namen William Shakespeare publiziert haben. Schon berühmte Geister wie Mark Twain, Charlie Chaplin und Sigmund Freud haben Zweifel daran geäußert, dass Shakespeare, der vom Land kam und nicht zum College ging, der wahre Dichterkönig sein soll.

6.      Der Vater der englischen Sprache?

Zwischen eintausendsiebenhundert und zweitausendzweihundert Wörtern soll Shakespeare in die englische Sprache eingeführt haben, von denen die meisten noch heute genutzt werden. Eins davon ist das Wort „Fair Play“, welches er als Erster in seinen Stücken zusammensetzte. Er bezeichnete damit das faire und gerechte Verhalten zwischen Gegnern im Allgemeinen. Erst im 19. Jahrhundert schlich sich der Begriff in den Sport ein. Die englische High Society legte viel Wert auf ein ehrenhaftes Verhalten zwischen den Kontrahenten. Dafür benutzten sie den Begriff „Fair Play“. Mittlerweile wird der Begriff auf der ganzen Welt verstanden und ist der Grundgedanke der olympischen Spiele.

Sommernacht

Es wallt das Korn weit in die Runde,
Und wie ein Meer dehnt es sich aus;
Doch liegt auf seinem stillen Grunde
Nicht Seegewürm noch andrer Graus:
Da träumen Blumen nur von Kränzen
Und trinken der Gestirne Schein.
O goldnes Meer, dein friedlich Glänzen
Saugt meine Seele gierig ein!

In meiner Heimat grünen Talen,
Da herrscht ein alter schöner Brauch;
Wann hell die Sommersterne strahlen,
Der Glühwurm schimmert durch den Strauch:
Dann geht ein Flüstern und ein Winken,
Das sich dem Ährenfelde naht,
Da geht ein nächtlich Silberblinken
Von Sicheln durch die goldne Saat.

Das sind die Bursche, jung und wacker,
Die sammeln sich im Feld zuhauf
Und suchen den gereiften Acker
Der Witwe oder Waise auf,
Die keines Vaters, keiner Brüder
Und keines Knechtes Hilfe weiß –
Ihr schneiden sie den Segen nieder,
Die reinste Lust ziert ihren Fleiß.

Schon sind die Garben fest gebunden
Und schön in einen Kranz gebracht;
Wie lieblich flohn die stillen Stunden,
Es war ein Spiel in kühler Nacht!
Nun wird geschwärmt und hell gesungen
Im Garbenkreis, bis Morgenduft
Die nimmermüden, braunen Jungen
Zur eignen schweren Arbeit ruft.

Gottfried Keller

 

Träumen im Schlaf - das nächtliche Brainstorming

Schriftzug Dreams in WolkenschriftIm Durchschnitt verbringen deutsche Bürgerinnen und Bürger vierundzwanzig Jahre und vier Monate mit Schlafen, „verschlafen“ also ein Drittel ihres Lebens. Trotz allen Fortschritts ist die genaue Bedeutung des Schlafes und der verschiedenen Schlafphasen bis heute weitgehend ungeklärt. Klar ist nur, dass der Schlaf überlebenswichtig ist und ein kompletter Schlafentzug über längere Zeit für Mensch und Tier tödlich enden kann. Der Schlaf dient der Erholung (unter anderem werden die Energiereserven aufgefüllt), der Stärkung des Immunsystems und der Verarbeitung des Erlebten. Schlafähnliche Zustände finden sich bereits bei niederen Wirbeltieren, Schlaf im engeren Sinne kommt bei Vögeln und Säugetieren vor. Die Art des Schlafes ist dabei abhängig von den Bedürfnissen der jeweiligen Spezies. Tiere, die während des Schlafes gefährdet sind, schlafen nur in kurzen Perioden, zum Beispiel das Kaninchen ruht nie länger als fünf Minuten. Bei einigen Tierarten wie den Delfinen findet der Halbhirnschlaf statt, bei dem immer eine Großhirnhemisphäre aktiv bleibt.

Im Allgemeinen gibt es vier Schlafstadien, die gemeinsam einen Schlafzyklus bilden, der in der Regel vier- bis siebenmal pro Nacht durchlaufen wird. Die vier Phasen sind das Einschlafen, der stabile Schlaf, der Tiefschlaf und der REM-Schlaf. Obwohl bei allen Schlafphasen das Träumen möglich ist, wird der REM-Schlaf als Traumschlaf angesehen. In dieser Phase sind die Träume in der Regel emotional betont, es können Alpträume auftreten und der Träumende kann sich nach dem Aufwachen an Einzelheiten des Traumes erinnern. Dabei nimmt die durchschnittliche Schlafdauer und der Anteil des REM-Schlafs im Laufe des Lebens ab: Während ein Neugeborenes durchschnittlich sechzehn Stunden schläft und davon etwa fünfzig Prozent der REM-Schlaf ist, beträgt die durchschnittliche Schlafdauer bei Erwachsenen ab fünfzig Jahren sechs Stunden mit einem Anteil des REM-Schlafs zwischen zwanzig und dreiundzwanzig Prozent.

Bisher ist das Träumen nicht von außen messbar, sondern kann nur durch das Erzählen des Träumenden zugänglich gemacht werden. Bei über neunzig Prozent der Träume ist das Traum-Ich am Geschehen beteiligt, nur sehr selten ist das Traum-Ich ein passiver Zuschauer. Alle Träume enthalten visuelle Eindrücke und auch auditive Wahrnehmungen spielen eine wichtige Rolle. Das Schmecken und das Riechen treten eher selten auf. Forscher gehen davon aus, dass sich unser Leben weitestgehend in unseren Träumen widerspiegelt. Wir träumen von Dingen, die uns tagsüber beschäftigen, wie nahestehende Personen (Partner/in, Kinder, Eltern, Freunde), der Arbeit, dem Urlaub oder dem Studium. Vor allem bedeutsame Lebensereignisse wie eine Schwangerschaft, eine Scheidung oder auch Traumata beeinflussen das Traumleben deutlich. Diese Themen werden aber nicht Eins-zu-eins im Traum wiederholt, sondern werden im Kopf durch alte Erfahrungen und neue Erlebnisse vermischt und können sogar phantasievolle Neuschöpfungen enthalten. Ob das Träumen eine Funktion über das Schlafen hinaus hat, ist derzeit noch ungeklärt, aber es wird vermutet, dass es uns aufzeigt, dass wir etwas vermeiden wollen, zum Beispiel eine unliebsame Aufgabe oder ein offenes Gespräch in der Partnerschaft. Das Träumen kann aber auch Probleme lösen: Da die Gedächtnisinhalte mit neuen Eindrücken gemischt werden, findet eine Art „Brainstorming“ statt und wir finden neue Lösungen. Und auch unsere Kreativität wird im Schlaf gefördert. So hat beispielsweise Paul McCartney, Sänger und Bassist der Beatles, die Melodie von Yesterday geträumt. Und so hat sicher jeder von uns schon einmal im Traum eine kreative Anregung für den Alltag erhalten, etwa eine Idee für Geschenke, Geschichten oder eine Hausarbeit im Studium.

 

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