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Bürgerinformation zur Nordumgehung Schiefbahn

Das Thema der Nordumgehung Schiefbahn wird seit Jahren sowohl politisch als auch von der Bevölkerung diskutiert. Die Ziele einer Umgehungsstraße sind die Entlastung des Ortsteils, sowie die Verbesserung des Verkehrsflusses. Dies wird dadurch erreicht, dass die neue Straße um den belastetet Ortsteil herumführt, sodass vorherige Durchgangsverkehre umgelenkt werden.

Zur Ermittlung der Auswirkungen einer Umgehungsstraße nördlich von Schiefbahn wurde eine Machbarkeitsstudie durch eine externe Ingenieurgesellschaft durchgeführt. Diese wurde dem Planungsausschuss am 01.03.2016 vorgestellt. Ein politischer Beschluss wurde nicht gefasst. Zuletzt wurde die Nordumgehung im Planungsausschuss am 03.03.2021 thematisiert. Die Fraktionen einigten sich darauf, den Tagesordnungspunkt zu vertagen, um die Bevölkerung zunächst nochmals über die Hintergründe der Umgehungsstraße zu informieren. Die Diskussion des Themas soll in der Sitzung des Planungsausschusses am 15.06.2021 fortgeführt werden.

Erkenntinsse der Machbarkeitsstudie

Im Folgenden wird auf die zentralen Erkenntnisse der Machbarkeitsstudie eingegangen und diese durch Informationen ergänzt.

Die verkehrliche Struktur Schiefbahns ist geprägt von der L 361 (Alte Poststraße, Wilhelm-Hörmes-Straße, Albert-Oetker-Straße, Hochstraße, Linsellesstraße) und der L 382 (Korschenbroicher Straße). Das Nebennetz besteht meist aus Wohnstraßen mit Tempo 30 Reduzierung oder verkehrsberuhigten Bereichen.

Positiv für die Effektivität einer Umgehungsstraße ist ein hoher Anteil an Durchgangsverkehren, da dieser dann vollständig um den Ortskern herumgeleitet wird und diesen direkt entlastet.

Verschieden Varianten

Die Studie gibt an, dass der Durchgangsverkehr ohne Bezug zu Schiefbahn auf der Achse Albert-Oetker-Straße / Hochstraße bei höchstens 10 Prozent liegt. Demensprechend besitzen 90 Prozent des Verkehrs einen direkten Bezug zu Schiefbahn. Eine reine nördliche Umgehungsstraße (Plan 1), welche die Durchgangsverkehre aufnimmt, weist daher nur eine geringe Verkehrsbelastung auf und entsprechend geringe Entlastung für Schiefbahn. Dem geringen Nutzen der Umgehungsstraße stehen die prognostizierten Kosten von mindestens 8,14 Millionen Euro entgegen. Diese Variante der Nordumgehung wird daher als nicht wirtschaftlich angesehen.

Um den Nutzen der Umgehungsstraße zu erhöhen, muss die Anzahl an täglichen Fahrten auf dieser steigen. Dies kann durch zusätzliche Anschlüsse an das Straßennetz erfolgen. Dazu zeigt die Studie verschiedene Varianten, welche bestehende und / oder neue Wohngebiete an die Umgehungstraße anschließt. Die Entlastung des Ortskerns steigt zwar, bleibt jedoch auf niedrigem Niveau. Durch die zusätzlichen Anschlüsse der Umgehungsstraße steigt ebenfalls die Belastung des anliegenden Nebennetzes (Plan 2). Grob zu beachten ist: je höher die Belastung einer Straße ist, desto höher muss die Entlastung ausfallen, um wahrgenommen zu werden. Je niedriger hingegen die Belastung einer Straße ist, desto geringer muss die Steigerung der zusätzlichen Belastung sein, um wahrgenommen zu werden. Daher wird die Minderung der Fahrten einer Hauptverkehrsstraße an dieser weniger intensiv wahrgenommen als die Steigerung von Fahrten auf den Nebenstraßen.

Fazit

Zusammengefasst gibt das Fazit der Studie an, dass die Kombination aus der Anbindung bestehender und neuer Wohngebiete die Wirtschaftlichkeit der Nordumgehung unter Umständen erreichen könnte. Ohne zusätzliche Wohnbauentwicklung ist die Umgehungsstraße nicht zweckmäßig. Demnach ist die Wirtschaftlichkeit der Nordumgehung in jedem Fall äußerst fragwürdig, das Erreichen höherer Nutzerzahlen belastet das Nebennetz und die reine Entlastung des Ortskerns ist als gering zu bewerten.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass sich eine Nordumgehung für Schiefbahn nicht rechnet, weil nur eine absolute Minderheit der jetzigen Verkehre auf diese verlagert werden würde, eine ausschlaggebende Entlastung des Ortskerns kann damit nicht erreicht werden. Damit die Kosten vertretbar sind, müssten deutlich mehr Personen die Straße nutzen.  Dafür müssten die nördlich gelegenen und neue Wohngebiete an die Nordumgehung angeschlossen werden, wodurch die Straßen der Wohngebiete merkbar zusätzlich belastet würden.

Weitere Aspekte

Zu beachten ist ebenfalls, dass in diesem Informationsschreiben lediglich die verkehrlichen Auswirkungen und Kosten der Umsetzung beschrieben sowie diese in Relation gesetzt werden. Weitere Aspekte wie ökologische Folgen müssen in den Abwägungsprozess der Nordumgehung ebenfalls einfließen.

Entscheidung über die Umsetzung

Die Entscheidung, ob die Nordumgehung umgesetzt wird, ist mit weiteren Maßnahmen in Schiefbahn verknüpft. In allen Varianten würde die Nordumgehung an den Knotenpunkt Willicher Straße und L 382 Korschenbroicher Straße angeschlossen werden. Der Knotenpunkt wird derzeit als Kreisverkehr umgeplant mit Beteiligung des Landesbetriebs Straßenbau NRW als Baulastträger der L 382. Für die Umgestaltung eines Knotenpunktes muss dessen Leistungsfähigkeit ermittelt werden. Da die Nordumgehung im Flächennutzungsplan der Stadt dargestellt wird, muss diese in die Berechnung mit einfließen. Unter Beibehaltung der Trasse der Nordumgehung muss die Variante der Studie mit der höchsten Belastung als Grundlage genommen werden. Unter diesen Umständen ist die Leistungsfähigkeit des geplanten Kreisverkehres nicht nachweisbar und der Landesbetrieb kann der Umsetzung nicht zustimmen.

Das bedeutet, dass der Umbau des Knotenpunktes derzeit pausiert. Wenn die Nordumgehung nicht gebaut wird, kann der Kreisverkehr errichtet werden.

Empfehlung der Verwaltung

Als Folge der Erkenntnisse der Studie empfiehlt die Verwaltung von der Umsetzung der Nordumgehung abzusehen und den Flächennutzungsplan entsprechend zu ändern. Wie oben erwähnt, wird der Planungsausschuss innerhalb der Sitzung des 15.06.2021 die Nordumgehung ein weiteres Mal thematisieren.

Pläne

Anbei finden Sie bespielhaft zwei Pläne zur Nordumgehung. Der eine Plan zeigt die Nordumgehung nach dem Flächennutzungsplan (Plan 1). Der andere Plan eine kürzere Variante inklusive zusätzlicher Anschlüsse des Nebennetzes (Plan 2). Dazu wurde das Nebennetz, welches durch die zusätzlichen Anschlüsse stärker belastet werden könnte, markiert.

Kontaktdaten

Sollten Sie Fragen oder Anmerkungen haben können Sie diese vom 29.04.2021 bis einschließlich 13.05.2021 unter den Kontaktdaten am Ende der Seite äußern.